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Campzeit 2018

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Das Magazin zum 13. BDB-Musikcamp 2018

4 Alles Bürki, oder

4 Alles Bürki, oder was? Fünf Mal Bürki – so steht es im Programm. Was sich vermeintlich Die MC Julei langweilig sticht nun liest, zum achten entpuppte Mal sich infolge schon in See. in den Unter Proben dem Kommando als abwechslungsreiche der drei Kapitäne und Bruder, klangvolle Geigges Premiere. und Geigges Für tritt die achtköpfige Crew eine spannende und lehrreiche Reise an, viele an Teilnehmer deren Ende war jeder seine Matrose Musik schließlich der Grund das sich Steuer für das selbst 13. BDB-Musikcamp in anzumelden. die Hand nehmen Zeit, den kann. Menschen hinter den Noten kennenzulernen. Campzeit 2018

5 Mit welchen Vorstellungen bist Du am Sonntag hier angereist? Meine Vorstellung war natürlich definiert einerseits durch das, was Martin Baumgartner mir über das Lager erzählt hat und den Bildern und Zeitschriften, die ich vorab bekommen habe. Generell versuche ich mir jedoch so wenig wie möglich vorzustellen, wie es sein könnte. Denn als Dirigent ist es wichtig, dass man erst einmal schaut: wie klingt’s, wie läuft’s … um daraus etwas zu entwickeln. Wenn ich eine fixe Vorstellung habe, wie das Orchester klingen könnte, dann bin ich im Prinzip schon befangen. Deshalb komme ich lieber erst einmal an, höre und schaue. Und insofern war ich eigentlich sehr positiv überrascht, wie das Orchester klang und musiziert. Dirigierst Du häufig solche Projekt- und Jugendorchester? Unterschiedlich. Solche Lagerwochen, wie das Musikcamp, mache ich als Gastdirigent nur eine pro Jahr. Ich bin in meinem Beruf schon oft unterwegs, da muss ich schauen, dass es nicht zu viel wird und auch noch Zeit für meine Familie bleibt. Projektorchester mit Jugendlichen dirigiere ich nur ungefähr alle zwei Jahre, aber immer wieder und querbeet. Ich war schon in Kolumbien mit einem Jugendorchester proben und bin nächstes Jahr in der Schweiz bei einer Jugend-Brassband engagiert. Was hebt unser BDB-Musikcamp von den Jugendlagern ab, die Du schon kennst? Einerseits die Größe der Orchester. Das gibt es bei uns in der Schweiz nicht so häufig, dass jeweils rund 100 Musikerinnen und Musiker zusammen musizieren. Andererseits auch die Art des Lagers. Es gibt ja nicht nur die Orchester, sondern auch noch die Workshops am Abend, in denen sich die Teilnehmer zusätzlich weiterbilden können. Besonders macht das BDB- Musikcamp natürlich auch noch die Lage beim Europa-Park und dass die Teilnehmer Freizeit haben, um nachmittags in den Park zu gehen. Das ist die perfekte Lösung, um solch ein Lager durchzuführen. So kommt neben dem eigentlichen, der Musik, auch das Gesellige nicht zu kurz. Das A-Orchester spielt fast ausschließlich Stücke von Dir. Wie geht es Dir damit, am Dirigierpult zu stehen und Jugendlichen Deine Musik zu vermitteln. Verstehen die Jugendlichen gleich, was Du mit Deiner Musik ausdrücken möchtest? Meine Musik ist eigentlich ziemlich durchschaubar, wenn ich ehrlich bin. Ich versuche so zu komponieren, dass die Musik selbsterklärend ist. Also, ich schreibe Filmmusik, nur einfach ohne Film, sodass die Vorstellung angeregt wird. Und ich stelle fest, dass ich das sehr gut kann, Gefühle auszulösen und Stimmungen zu erzeugen, sodass ich gar nicht erzählen muss, was passiert und die Musiker selber wissen, um was es geht. Das ist schon faszinierend. Kam es schon einmal vor, dass Du Deine Werke in Interpretationen gehört hast, die ganz anders waren, als Du es Dir gedacht hast? Ja, jede Interpretation hat ihre eigenen Ideen, und so soll es auch sein. Dass eine Interpretation wirklich komplett daneben lag, das kam, glaube ich, noch nie vor. Sicherlich gab es schon mal eine Stelle oder einen Übergang, bei dem ich mir sagte, das war jetzt zu langsam und das habe ich mir anders vorgestellt. Aber ich finde es dann auch spannend, zu sehen, wie ein Werk funktioniert, wenn es ein anderer dirigiert, und was er daraus macht, was er für Ideen hat und was er da noch rausholen kann. Und ich stelle immer wieder fest: Dirigieren ist etwas ganz Anderes als Komponieren. Ich habe als Komponist eine Vorstellung, wie es klingen soll, und komme dann als Dirigent vors Orchester und merke dann, das ich das ja gar nicht so dirigieren kann, wie ich es haben möchte, weil es technisch gar nicht möglich ist. Und von daher ist das auch spannend, meine eigenen Werke zu proben, weil ich da nie weiß, was dabei herauskommt. Du komponierst sehr viel. Was bedeutet das in Zahlen? Ich schaffe rund 60 Minuten Musik pro Jahr. Das heißt ich mache pro Woche eine Minute Musik, plus minus. Das ist das Maß, das ich von den Aufträgen her erfüllen kann. Ich habe jetzt schon für die nächsten zwei Jahre wieder genügend Aufträge beisammen und bin im Prinzip schon wieder ausgelastet. Pro Jahr ergibt das dann halt 10 bis 12 Werke, wobei ich sagen muss, dass da Konzertwerke, die 14 Minuten dauern, genauso dabei sind, wie kleinere Sachen wie Märsche, Polka, Unterhaltungswerke und Solowerke, je nachdem, was bestellt wird und gewünscht ist. Das schöne ist ja, dass ich die volle Bandbreite habe und nicht nur ein Genre bediene. Das macht es für mich auch sehr spannend, mal für die Besetzung, mal für eine andere in einem anderen Stil etwas zu schreiben. Gibt es da einen besonderen Lieblingsstil? Oder sagst Du, Du machst alles gleich gern? Ich mach schon alles gleich gern. Ein symphonisches Werk im hohen Schwierigkeitsgrad zu schreiben, ist natürlich sehr spannend, weil man die ganze Bandbreite der Möglichkeiten ausschöpfen kann. Aber auch eine Polka zu schreiben hat seine Idee. Da geht es dann vielleicht darum, den gewissen Ohrwurm zu schreiben, während es beim Marsch darum geht, etwas zu schreiben, was noch niemand geschrieben hat, was aber eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit ist. Gerne lese ich mich auch in neue Themen ein. Wenn ich zum Beispiel einen Salsa schreiben will, dann muss ich mich einlesen und schauen, wie Salsa funktioniert. Oder wenn ich etwas im Jazz schreiben muss oder darf, dann muss ich mich damit auch beschäftigen, genauso beim Solo-Werk. Ich habe zum Beispiel ein Solo-Konzert für zwei Celli und Blasorchester geschrieben und hatte im Vorfeld keine große Ahnung vom Cello, seinen Möglichkeiten, seiner Spielweise, der Lage und was geht und was nicht. Und so gewinnt man, wenn man liefern muss, immer auch persönlich etwas dazu. Kommt es manchmal auch vor, dass Du eine Schreibblockade hast? Und was tust Du dann dagegen? Bis jetzt zum Glück nie! Ich bin wirklich ein Vielschreiber, das Mario Bürki ist einer der bekanntesten und erfolgreichsten Komponisten der Schweiz. Er begann sehr früh, bereits während seines Studiums zum Blasmusikdirigent, mit dem Komponieren. Bürki schreibt seine Werke überwiegend im Auftrag für diverse Wertungsspiele und Wettbewerbe. Sein Werk „Szenen aus Max und Moritz“ hat einen Preis beim WASBE-Kompositionspreis gewonnen und seine Komposition „Indian Fire“ wurde beim Flicorno D‘Oro Junior mit dem Spezialpreis für das originellste Konzertstück ausgezeichnet. Darüber hinaus ist er Musikschulleiter der Musikschule der Jugendmusik Ostermundingen und seit 20 Jahren Dirigent der Musikgesellschaft Ostermundingen. Bürki lernte Trompete, Klavier und Orgel. Als gefragter Dozent, Gastdirigent und Blasmusik-Experte ist er weltweit gefragt. Campzeit 2018

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